Polski Owczarek Podhalanski

weitere Bezeichnungen dieser Rasse

Tatra-Schäferhund, Tatra Shepherd Dog, Pero de pastor polaco de Podhale, Podhalaner, Chien de Berger des Tatras, Goralenhund, Polish Mountain Dog, Tatra Mountain Sheepdog, Owczarek Tatrzanski

URSPRUNG

Polen und zwar das Bergland Podhale nördlich der Karpaten oder der Hohen Tatra, der höchsten Erhebung in den West-Karpaten, an der tschechisch-polnischen Grenze. Im Umkreis von Zakopane. Der Hütehund der Goralen, einem Volksstamm von Bergbauern. Seit über einem Jahrhundert leben die Podhalaner mit den Goralen und ihren Herden in den Bergen der Hohen Tatra. Daher wird er auch Tatrahund genannt. Zuverlässig, ruhig und ausgeglichen begleitet er die Hirten (Goralen-Bergbauern) und ihre Herden, wacht über Leben und Gut! Der Owczarek Podhalanski (OP) ist eine Achtung einflössende Erscheinung. Ein attraktiver Begleiter für Sie und ihre Familie - in jeder Situation.

GESCHICHTE

Podhale, wo diese Rasse entstand, ist eine kleine Region im Süden Polens am Tatragebirge mit den Höchsten Gipfeln der Karpaten. Die Geschichte des Podhalanski geht zurück auf die weißen Herdenschutzhunde der östlichen Welt, gleicht der Entwicklungsgeschichte ähnlicher Hunde in der Tschechoslowakei, Ungarn und Rumänien. Das polnische Wort Owca (ausgesprochen "Ofza") bedeutet "Schaf" und Owczarek (ausgesprochen "Oftscharek") ist die allgemeine Bezeichnung für einen Schäferhund. Man findet die gleiche Bedeutung im russischen Wort Owtcharka oder im jugoslawischen Ovcar. Wie willkürlich aus diesen Hunden Einzelrassen gemacht wurden zeigt das Beispiel des Polski Owczarek Podhalanski und des Slovensky Cuvac, einer ursprünglich beiderseits der Hohen Tatra lebenden Rasse. Erst nach dem 2. Weltkrieg begann man mit getrennten Zuchten. Heute sind die Züchter bemüht, Unterscheidungsmerkmale zu formen. 1937 wurde diese Rasse ins Zuchtbuch aufgenommen.                       In Polen ist diese Rasse recht populär, sie wurde durch ein paar Importe in den 80er Jahren in die USA und Kanada eingeführt. Ein amerikanischer Forscher, in Polen stationierter Militärattaché einer Botschaft war ein großer Bewunderer dieser Rasse. In die USA heimgekehrt, gelang es ihm, drei dieser wunderbaren polnischen Hunde zu kaufen. Sie verließen Polen "augenzwinkernd" ganz genau an dem Tag, als 1981 das Kriegsrecht verhängt wurde. Aus diesen bescheidenen Anfängen wurde der Polish Tatra Sheepdog Club of America www.ptsca.com gegründet, um die Rasse zu fördern und ihre Besitzer um der gemeinsamen Sache zusammen zu bringen.

ERSCHEINUNG UND CHARAKTER

Körper und Bau bilden eine rechtwinklige Form, wobei die Rüden kürzer sein sollen als die Hündinnen. Der Hund soll von harmonischem Körperbau sein und gibt einen Eindruck von Kraft und Beweglichkeit. Der Podhalaner ist ein typischer Berghund groß, muskulös, mit einem kräftigem Gebäude und Kopf.

Höhe: Rüden 65-70 cm Schulterhöhe, Hündinnen 60-65 cm. Gewicht 45 - 65 kg

Geeignet als: Schutzhund von Viehherden (Schäfer) und eignet sich sehr gut als Bewacher von Haus und Hof.

Wer ihnen einmal in die Augen gesehen hat, taucht in ihre Seele ein wie in einen tiefen, klaren Bergsee

HALTUNG UND SOZIALVERHALTEN

Dominant, stark und dickköpfig. Oft misstrauisch gegenüber Fremden. Aber wenn einem der Podhalaner ins Herz geschlossen hat, dann bleibt er ein Freund für ewig. Ein Podhalaner ist ein hervorragender Beschützer seiner Familie, ohne über mäßig scharf zu sein. Er braucht eine liebevolle, aber konsequente Erziehung. Das  Wesen sollte ausgeglichen und nervenstark sein.
Neben ihrer traditionellen Rolle als Wächter der Herden haben die Polen diese Hunde auch häufig für den persönlichen Schutz und als Wachhunde in Fabriken eingesetzt. Ähnlich ihren Züchtern sind die Podhalaner unabhängig, genügsam und mutig. Sie sind begehrt wegen ihrer Haupteigenschaften: Robustheit, Anpassungsfähigkeit und Mut. Wesensmäßig sind sie leichter erziehbar als die meisten Herdenschutzhunde, Unzuverlässigkeit oder Feigheit werden als schwere Fehler angesehen. Die leichte Erziehbarkeit könnte ursächlich darin zu sehen sein, dass man diese Hunde auch als Zughunde bei Milchmann, Gärtnern und Bäckern eingesetzt hat, deren Karren sie zogen. Die gleichen Hunde können während der Weidezeit in den Bergen einsetzt werden und im Winter auch in der Stadt, wo sie bei anderen Aufgaben helfen.
Junge Hunde, die besonders ausgeprägte Intelligenz zeigen, werden für Polizei, Militär oder zur Ausbildung als Blindenhunde ausgewählt. Jeder dieser Hunde dient dem Menschen auf seine Art, sie werden entsprechend gut behandelt. Ihre Besitzer betonen, dass diese Hunde sowohl in Fütterung wie in Pflege leicht zu halten sind. Um sich wohl zu fühlen braucht der Podhalanski keine Menschen. Diese Hunde entwickeln ihren eigenen Lebensstil, passen sich schnell ihrer Umwelt, allen Gebäuden und Menschen an. Wie andere Herdenschutzhunde sind auch die Podhalanskis gegenüber anderen Hunden dominant, dabei legt der dominante Hund seinen Kopf ruhig auf die Schultern des anderen, nur so zur Erinnerung. Trotz ihres freundlichen Wesens muss die Rangordnung durch seinen Besitzer/In gleich zu Beginn eindeutig klar festgelegt werden, um die in der Hundenatur liegende Unabhängigkeit in den Griff zu bekommen. Andernfalls könnte der Hund seinen Kopf ruhig auch einmal seinem Frauchen/Herrchen auf die Schulter legen! Sehr empfindlich für liebe Wörtchen.

DER KOPF

Allgemeiner Eindruck: Harmonisch, kräftig, nicht zu schwer mit trocken anliegender Haut. Mittelhoch getragen bei der Bewegung und in Ruhe

Der Schädel: Von Angesicht aus leicht gewölbt mit flachem Schädel

Stopp: Deutlich erkennbar

Vorderschnauze: Kräftig, Nase vom Schädel ab schwach zulaufend

Nase: Schwarz pigmentiert, mittelgroß

Lippen: Nah anliegend, dunkel pigmentiert

Zähne: Vollständig, regelmässiges Gebiss, Scheren und Zangengebiss sind erlaubt

Augen: Ausdrucksvoll und aufmerksam, mittelgroß, leicht schräg stehend, dunkle Augen, Augenlider durchsetzt mit schwarzem Pigment

Ohren: Mittelgroß in V-Form, ziemlich dick und mit dichtem Fell. Nah am Kopf liegend, beweglich

NACKEN

Ohne Falten, mittellang, tief am Körper angesetzt. Über der Rückenlinie getragen. Dichte Mähne. Der Hals darf keine Wamme haben.

KÖRPER

Totalbild: Körperlänge beim Rüde 1:1,1 ; bei den Hündinnen etwas länger. Kräftiger Eindruck

Knochen: Erkennbar, schwer

Rücken: Gerade, breit, breite Lenden, muskulös

Kruppe: Leicht abnehmend

Brust: Tief, leicht gerundete Rippen

Bauch: Leicht aufgezogen

RUTE

Buschig, nicht zu hoch angesetzt, unter der Rückenlinie getragen. Bei der Bewegung erscheint sie über der Rückenlinie. Darf niemals aufgerollt sein. Hängend getragen. Länge: Bis an den Sprung, darf am Ende eine leichte Biegung haben.

BRUST

Kräftige Muskulatur, doch nicht zu schwer. Von vorn aus gerade.

Schultern anliegend, massige Deckung der Oberarme:

Beine verhältnismässig gross. Füsse oval, dunkel pigmentierte Sohle, die Nägel stark und stumpf:

KRUPPE

Ecke mäßig, leicht nach hinten gestellte Beine

Hinterfüße: Von der Seite aus gerade

Füße: Ohne Wolfs oder Hubertusklaue

DAS FELL

Das ganze Fell ist dicht und weiß, mit gut entwickeltem Unterfell. Im Gesicht, an den Ohren und der Vorderseite der Läufe sollte es kurz sein.  Die Hinterläufe sind voll und mit ziemlich langem Haar, bildet eine Art Hose. Es sollte keine Wellen haben oder vielleicht Locken bilden. Es ist schneeweiß und bildet einen herrlichen Kontrast zu den schwarzen Lefzen, Augenlidern und Nase. Die Rute ist voll und dicht.

ERNÄHRUNG & PFLEGE

Wie viele Herdenschutzhunde sind die Podhalaner überraschend bescheiden in ihren Futteransprüchen. Bis heute gibt sich der Berghund bei seiner Hüte- und Wacharbeit mit Milch, hartem Brot, einweicht in Molke, Topfen und Käserinden zufrieden und war immer topfit und im Vollbesitz seiner Kräfte. Wie das möglich ist? Nun, man hat festgestellt, dass der Hund inzwischen zwar gehaltvollere Nahrung bekommt, dass er davon aber weder größer noch leistungsfähiger geworden ist. Ironischerweisen muss er heute sogar auf die Kalorien achten, um nicht zuzunehmen! Für einen normal arbeitenden Berghund rechnet man täglich 2 bis 3 kg Futter, wovon mindestens 1 kg aus Fleisch oder Innereien bestehen sollte. Diese Futterration sollte in zwei Mahlzeiten am Tag gegeben werden.

Das Haarkleid reinigt sich selbst, braucht kein Bad. Es sollte aber schon einmal die Woche gebürstet werden. Die Polen halten talentschwache Hunde wegen Ihrem Fell. Denn die ausgekämmten Haare werden als Polstermaterial und für feine Wollwaren verwendet.

Charakteristika Polski Owczarek Podhalanski
FCI-Nomenklatur FCI-Gruppe 1 Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen
Schweizer Sennenhunde); Sektion 1 Schäferhunde;
FCI-Standard-Nummer 252
Herkunftsland: Polen
Größe: groß
Höhe und Gewicht: 60 - 70 cm bei 45 - 65 kg
Pflege: einmal die Woche bürsten
Wesen: intelligent, misstrauisch gegenüber Fremden, aber ihr Rudel wird geliebt und bewacht
Gebrauchstüchtigkeit: guter Wach- und Hirtenhund, mittelleicht erziehbar, aber mit viel Liebe und noch mehr Geduld funktioniert es schon
Lebenserwartung: 10 bis 13 Jahre